Kirche auf dem Weg:
Unter diesem Titel, werden unregelmäßig Artikel veröffentlicht, die die Pfarren der Gemeinschaft von Gemeinden gemeinsam betreffen:
Kinder- und Jugendarbeit
Liebe Gemeinden,
in Zeiten immer knapper werdender Mittel auch in kirchlichen Einrichtungen stellt sich immer bedrückender die Frage nach Einsparungen. Da hierbei alles auf den Prüfstand kommt, bleibt auch die Kinder- und Jugendarbeit nicht unangetastet spitz formuliert könnte man fragen, warum leisten wir uns eigentlich diesen finanziell und personell aufwendigen Klotz am Bein?
Nun, ganz banal könnte man alte Floskeln wie Die Jugend ist unsere Zukunft oder Die Fehler von heut sind die Probleme von morgen aufwärmen ... und unter uns gesagt gar so inhaltsleer sind die m.E. nicht.
Also ganz im Ernst: Was passiert mit einer Jugend, um die sich keiner mehr kümmert? Oft beklagen wir doch den Werteverlust, das die Jugend keinen Respekt mehr hat, das sie nur auf den Straßen herumgammelt und viele Ansprüche bei wenig Einsatzbereitschaft zeigt! Einmal davon abgesehen, dass ich dieses Urteil nicht teile, möchte ich entgegen fragen, woher soll die Jugend denn ihre Werte, ihren Anstand und ihre Erziehung herbekommen, wenn nicht von uns, den Erwachsenen?
Nach meiner eigener Erfahrung leben Jugendliche oft auf, wenn sie gerade bei einer Herkunft aus schwierigen sozialen Verhältnissen im Rahmen von Jugendarbeit einmal einen Tapetewechsel erleben, wenn sie erfahren, dass Liebe keine Einbahnstraße ist und sie gemocht werden ... auch wenn sie einmal einen Fehler begangen haben alles Dinge, die nicht zwangsläufig zum Erfahrungshorizont eines jeden Jugendlichen gehören!
Jugendliche beschäftigen sich eindringlicher und unbefangener als andere Generationen mit dem Sinn und der Gestaltung von Leben und Welt und erwarten, dass andere darauf in angemessener Weise eingehen. (Präambel der Rahmenordnung der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Aachen) Was erwarten wir, wenn wir diesen Durst nicht stillen bzw. kein angemessenes Angebot schaffen? Jungendliche lernen im Rahmen von Jugendarbeit soziales Verhalten und Freundschaft, können Welt & Gesellschaft im Kreise von Gleichgesinnten erleben und kennen lernen, gemeinsam diskutieren, begegnen Menschen, die sich ehrenamtlich für Dinge engagieren, lernen zunehmend eigene Verantwortung wahrzunehmen ... lernen das Leben zu lieben.
Manch einer fragt gerade im Blick auf die Freizeitgestaltung ob andere (staatliche) Anbieter das nicht besser können. Klar können die ein besseres Action & Fun Packet schnüren aber können sich das dann alle leisten? ... und wie sieht es mit der Wertevermittlung aus?
Wenn wir als Christen die Weitergabe von Sinninhalten nicht anderen überlassen wollen, müssen auch wir aktiv in den Prozess eingreifen, uns unser Angebot etwas kosten lassen. Befähigung junger Leute, das eigene Leben zu bedenken, am Evangelium auszurichten und auf dieser Grundlage Leben zu gestalten. Schaffung von Lern- und Handlungsfeldern für ein solidarisches Miteinander und Mitgestaltung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. so will es die Rahmenordnung der kirchlichen Jugendarbeit im Bistum Aachen (S. 15). M.E. heißt dies nicht nur die Gestaltung liturgischer Feiern das natürlich auch und nicht zu wenig. Aber auch bei der gemeinsamen Gestaltung von Freizeit ist die Weitergabe von Glauben möglich: Warum tun die das warum opfern die soviel Freizeit woher nehmen die die Kraft ... ? Ein gutes christliche Zeugnis braucht nicht (immer) viele Worte Taten als Boten einer solidarischen, sozialen und christlichen Lebensphilosophie sind oft viel wichtiger und überzeugender!
Begreifen wir: Die Kinder und Jugendlichen die Arbeit mit und für sie ist kein Klotz am Bein unserer gebeutelten Haushalte, sondern ein Standbein unserer Gesellschaft, ein Prüfstein unserer Verantwortung für die Zukunft!
So grüßt sie Ihr
Kaplan Daniel Wenzel