In
der Kirche wird das Ehrenamt zunehmend stärker in den Blickpunkt gerückt,
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weil
Kirche/ Gemeinde ohne Ehrenamt nicht existent wären,
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weil
viele Menschen ehrenamtlich Kirche gestalten und prägen,
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weil
aber auch zunehmend mehr zu erfahren ist, dass es schwieriger wird, ehrenamtliche
Mitarbeiter/-innen zu gewinnen,
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weil
das Geld in der Kirche knapper wird und zuvor bezahlte Arbeiten durch ehrenamtliche
Tätigkeit ersetzt/ ausgeglichen werden sollen.
Mit
der Wahl zu der Bildung der neuen Pfarrgemeinderäte im November kommen wir wieder auf
Menschen in den Gemeinden zu, um sie für die Mitarbeit anzuwerben.
Im Folgenden geben wir Meinungen von Ehrenamtlichen wider. Der erste Beitrag stammt von
einem Mitglied eines Kirchenvorstandes:
Der Duden sagt: "Ehrenamt" besteht aus den Wörtern "Ehre(n)" und "Amt."
Ehre wird dort mit: jemandem Achtung erweisen, ihm Vertrauen entgegenbringen, erklärt. Ein Amt inne haben bedeutet dagegen Arbeit. Fazit daraus ist, dass jedes Ehrenamt auch etwas mit Arbeit zu tun hat.
Bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern wird dies häufig nicht in den Vordergrund gestellt. Sicher ist aber auch: Arbeit kann und darf Spaß machen. Meist ist das dann der Fall, wenn etwas durch diese Arbeit erreicht wird, oder wenn etwas positiv beeinflusst werden kann.
In der momentanen finanziellen Situation unseres Bistums, fällt es sicherlich manchem ehrenamtlichen Mitarbeiter/-in schwer, Freude an seiner Aufgabe zu haben. Das Gefühl gegen eine Wand zu laufen oder das Korsett, das so sehr einschnürt, weil die Dinge nun mal so sind, wie sie sind, nicht mehr ertragen zu können, lassen keine wirkliche Freude aufkommen.
Zur Zeit neigen wir in der Kirche dazu, viele bis dahin bezahlte Arbeiten auf das Ehrenamt abzuwälzen. Ich gebe jedoch zu bedenken, dass auch das Ehrenamt nicht unendlich belastbar ist.
Außerdem bitte ich die Verantwortlichen, das Ehrenamt beim Wort zu nehmen und ihm sprichwörtlich alle "Ehre" zu erweisen. Denn ansonsten wird unsere Gemeinde - auf Zeit gesehen - immer ärmer werden.
Dagmar Kopatz, Mitglied im Kirchenvorstand St. Cornelius
Der zweite Beitrag gibt rückblickend Erfahrungen von Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte St. Ulrich und St. Cornelius wider, die anlässlich eines Austauschstreffens geäußert wurden:
a) Positive Erfahrungen: neue Kontakte wurden geknüpft, vereinzelt entstanden daraus auch nähere Freundschaften; Respekt voreinander war zu spüren; die Vielfalt der mitarbeitenden Menschen ermöglicht immer neue Ideen und Lösungsvorschläge. Viele gemeinsame Aktivitäten für die Gemeinden auf den Weg gebracht; das Gemütliche wie Ausflüge und Kneipenbesuche zum Abschluss der PGR-sitzungen fehlten nicht; mit den Aufgaben wächst auch das Zutrauen zur Gestaltung von Gemeinde; Offenheit für Veränderungen war erlebbar; kritische Auseinander-setzungen bringen manches in Bewegung; viele nette und fähige Menschen arbeiten in den Gemeinden mit; Viele bringen hohe Motivation und Einsatzwillen mit; positive Entwicklungen in der Zusammenarbeit zwischen PGR St. Ulrich und PGR St. Cornelius. Besinnungstage haben gut getan; die ehrenamtliche Tätigkeit bringt persönliche Erfüllung; PGR-Mitglieder machten sich Entscheidungen oft nicht leicht; harte Diskussionen wurden geführt.
b) Negative Erfahrungen: Enttäuschungen über nicht erfüllte Erwartungen und nicht eingehaltene Absprachen; Ehrenamtliche fühlen sich oft nicht ernst genommen; Spannungen zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen; fehlender oder mangelnder Rückhalt zu Ideen und Projekten seitens der Gemeindemitglieder; wenige tun viel; manche geben ungern ab; Beschlüsse mussten mehrfach überarbeitet werden; Dauerbrenner ALO nahm viel Raum ein; Mehr Zeit als vorhergesagt musste investiert werden; Stellung und Kompetenz des Gremiums PGR ist nicht immer klar und eindeutig; nicht alle Ideen und Ziele konnten verwirklicht werden; oft viele Diskussionen ohne sichtbaren Erfolg;
Wie Sie lesen, ehrenamtliches Engagement ist nicht nur von Erfolg und Freude geprägt, auch Ärger, Wut und Misserfolge bestimmen das Miteinander in den Gremien und Ausschüssen. Aber all das macht das Leben aus, entscheidend bleibt immer, wie der Umgang auch im Konflikt aussieht.
Ehrenamt bedeutet oftmals auch Abenteuer. Gesucht werden immer wieder neue, mutige, begeisterte und begeisterungsfähige, aber auch kritische und mahnende Menschen.
Für die Zusammenstellung: Andreas Bodenbenner, Gemeindereferent