Auch die katholische Kirche bleibt von der allgemeinen wirtschaftlichen Situation nicht verschont. Nicht nur die Kirchenaustritte und die Arbeitslosigkeit, sondern auch die Änderung in der Steuergesetzgebung haben dazu geführt, dass die Kirchensteuermittel in den letzten Jahren rapide gesunken sind. 2004 und 2005 wurden bereits die Kirchensteuermittel für die Kirchengemeinden im Bistum Aachen um jeweils 5 % gekürzt. Doch immer wieder wurden die Reformansätze von der Wirklichkeit eingeholt und ein neues Finanzloch erforderte neues Handeln.
Im Herbst 2004 wurde eine neues Konzept vom Bistum auf den Weg gebracht, das zum 01.01.2007 umgesetzt werden soll. Diese Änderungen bedeuten zum Beispiel:
Bei den Kirchengemeinden wird auf der
Basis 2003 eine Kürzung der Kirchensteuermittel um 30,5 % vorgenommen.
Für die Kirchengemeinde Herz Jesu sind dies: 34.757 weniger.
Für die Kirchengemeinde St. Cornelius sind
dies: 68.691 weniger.
Für die Vikarie St. Ulrich sind dies: 21.050 weniger.
Für die Kirchengemeinde St. Peter, Boisheim, sind dies: 18.806 weniger.
Die Verwaltung für die Kirchengemeinden wird vor Ort nicht mehr durch einen Rendanten und einen Verwaltungsmitarbeiter erfüllt, sondern durch ein Verwaltungszentrum, das alle Arbeiten im Bereich Finanzen, Personal und Liegenschaften übernimmt.
Dafür wird der Kirchengemeinde Herz Jesu noch einmal 9.321 , der Gemeinde St. Cornelius 18.242 , der Vikarie St. Ulrich 5.590 und St. Peter 4.994 aus dem Kirchensteuerzuschuss, den das Bistum an die Gemeinden abführt, abgehalten.
Das für uns zuständige Verwaltungszentrum wird seinen Sitz im Pfarrhaus St. Peter Bockert haben und wird zunächst die Verwaltungsarbeit für 48 Kirchengemeinden im Bereich Krefeld-Kempen-Viersen übernehmen.
Um diese Umstrukturierung nicht den neu sich zusammensetzenden Kirchenvorständen zuzumuten, sondern den z.Zt. in die Thematik eingearbeiteten Kirchenvorstehern den Übergang von alter zu neuer Verwaltungsordnung vollziehen zu lassen, wurden die Kirchenvorstandswahlen in unserem Bistum Aachen von November 2006 auf das nächste Jahr, Februar 2007, verschoben.
Der dann gebildete neue Kirchenvorstand muss sich den neuen Herausforderungen stellen. Neben den bisherigen Aufgaben wird er dafür Sorge tragen müssen, dass alle nötige Unterlagen dem Verwaltungszentrum zur weiteren Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden, d. h. die Kirchenvorstandsmitglieder sind noch mehr wie bisher im Tagesgeschäft der Kirchengemeinde eingebunden. Beauftragte (ehrenamtliche Tätige, Beauftragte) übernehmen den Transfer aus den Gemeinden zum Verwaltungszentrum und umgekehrt.
Diese Umstellung erfordert erhebliche Anstrengungen und Opfer. Neben dem Wegfall der Stellen des Rendanten und des Verwaltungsmitarbeiters werden wir weitere Kürzungen vornehmen müssen. Wir werden unsere Einsatzgebiete einschränken müssen und immer mehr auf Spenden angewiesen sein. Helfen Sie mit, durch ihren aktiven ehrenamtlichen Einsatz und durch ihr Gebet, damit wir diese schwierige Zeit überstehen und die Kirche vor Ort lebendig halten können.
Walter Ströpen Verwaltungsangestellter